Kurt Lehmann

Kurt Lehmann wurde 1905 in Koblenz geboren. Während der NS-Diktatur galt er als entarteter Künstler und wurde sofort als Soldat einberufen. Sein Kasseler Atelier wurde während des Krieges zerstört, doch Lehmann ließ sich in seinem künstlerischen Schaffen nicht aufhalten – er schien schon immer ein äußerst positives und lebensbejahendes Weltverständnis zu haben. So wissen Familienmitglieder zu erzählen: Aus der russischen Kriegsgefangenschaft sei er nicht wie viele andere halb verhungert nach Hause gekommen, sondern mit zwei Koffern in der Hand, prall gefüllt mit Speck, Mehl und anderen Lebensmitteln – Dankesbekundungen für Porträtzeichnungen seiner Bewacher. Er selbst sagte über sich: „Die Plastik bestimmt mein Leben, selbst mit geschlossenen Augen sehe ich Figuren.“ 1949 bis 1969 war Kurt Lehmann Professor an der Technischen Hochschule Hannover, an der er den Lehrstuhl für Modellieren in der Architektur-Abteilung innehatte. In Hannover schuf der Bildhauer zahlreiche Plastiken und Reliefs (meist aus Muschelkalk oder Bronze), die noch heute das Stadtbild beherrschen. So spielt er eine wichtige Rolle in der künstlerischen Entwicklung der Stadt in der Nachkriegszeit. Staufen war die letzte Station im schöpferischen Leben von Kurt Lehmann. Über 20 Jahre hindurch schuf er, inspiriert von der einzigartigen Landschaft und ihren Menschen, Werke voller Lebensfreude und Liebe zur Kreatur. In Kooperation mit der Stiftung Kurt Lehmann bietet das DSV Kunstkontor hier zwei eindrucksvolle Plastiken des im Jahr 2000 verstorbenen Künstlers an. Wir danken dabei der Sparkasse Staufen-Breisach für die wunderbare Zusammenarbeit.

BIOGRAPHIE

1905 in Koblenz geboren
1924–29 Studium an der Staatlichen Kunstakademie Kassel
1929 Erste Ausstellung im Kunstverein Kassel
1929 Kunstpreis der Stadt Kassel
1930 Staatsstipendium für die Deutsche Akademie Villa Massimo in Rom
1931–34 Teilnahme an den Ausstellungen der Berliner Sezession und des Deutschen
Künstlerbundes Freundeskreis: Werner Gilles, Gerhard Marcks, Gustav Seitz, Hermann Blumenthal
1948 Kunstpreis der Stadt Recklinghausen
1949 Großer Kunstpreis der Stadt Köln
1949 Berufung als Professor in der Architekturabteilung der Technischen Hochschule Hannover
1951 Mitglied des Deutschen Künstlerbundes
1960 Staatspreis des Landes Rheinland-Pfalz
1973 Ehrengast der Villa Massimo in Rom
1984 Kulturpreis der Stadt Koblenz

2000 in Hannover verstorben

AUSSTELLUNGEN

1985 Künstlerhaus Metternich, Koblenz
1985 Kubus an der Aegidienkirche, Hannover
1980 Mittelrheinisches Landesmuseum, Mainz
1980 Kunstverein Freiburg im Breisgau
1980 Kunstverein am Rhein Ludwigshafen
1967 Künstlerhaus Metternich, Koblenz
1961 Kunstgeschichtliches Institut der Universität Mainz
1961 Galerie Helmut von der Höh, Hamburg
1960 Kunstverein Köln
1958 Galerie Alex Vömel, Düsseldorf
1958 Kunstkreis Hameln
1956 Kunstverein Hamburg
1954 Kunstverein Kassel
1946 Kunsthandlung Lometsch, Kassel
1937 Galerie Buchholz, Berlin
1929 Kunstverein Kassel

Kurt Lehmann, Dicke (weibl. Figur), 1953, Bronze, 38,5 x 22 x 13 cm, 5.000,00 €

Dicke (weibl. Figur), 1953, Bronze, 38,5 x 22 x 13 cm, 5.000,00 €

Benny Dröscher

Julie Nord

Birgit Borggrebe

Dagmar Jahn

Manuela Gottfried

Daniel Man

Werner Reuber

Michael Kunze

Arman (Armand Pierre Fernandez)

Michael Buthe

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