George Pusenkoff

George Pusenkoff ist zweifelsohne ein Maler, der in seiner Kunst über die Malerei und die neuere Geschichte des Bildes reflektiert. Dennoch geht es Pusenkoff nicht um das Zitat als solches, sondern vielmehr um die Problematik des Zitierens im Zeitalter der per Computer gesteuerten, sekundenschnellen Reproduzierbarkeit. Kopiert man ein Motiv zu oft, gehen die Aura und die Magie des Originals verloren – das Spektakuläre wird auf einmal banal. (…) Indem Pusenkoff diese beliebten Motive ebenfalls für seine eigene Kunst aneignet und scheinbar beliebig reproduziert, stellt er die Einzigartig- und Einmaligkeit des Meisterwerkes in Frage, wobei sämtliche Modifikationen durch Pusenkoff ebenfalls Originale sind. So wird die geheimnisvolle Kraft des von Künstlerhand geschaffenen Unikats gnadenlos untergraben und gleichzeitig auch in stetigem Fortgang bestätigt. (…)
Die Task-Leisten, die viele Bilder von Pusenkoff umrahmen, fordern den Betrachter auf, bei der Gestaltung (in Computersprache „Bearbeitung“, d.h. Ausschneiden, Einfügen, Kopieren, Löschen) seiner Gemälde mitzuwirken – wenn auch nur in Phantasie. Das Pixel macht es möglich – denn im Gegensatz zu Pinselstrichen, die die Handschrift des Künstlers in sich tragen, ist das Pixel lediglich ein virtueller Baustein, der immateriell und anonym ist. Als solcher kann, ja darf es sogar jederzeit manipuliert bzw. gelöscht werden. Der Betrachter wird also eingeladen, mit seinem geistigen Auge per Mausklick selbst am Bearbeitungsprozess teilzunehmen. Es entsteht eine völlig neue Art der Kommunikation zwischen dem Bild (stellvertretend für den Künstler) und dem Betrachter.“ (zit. n. Gérard A. Goodrow, in: Ausstellungskatalog: George Pusenkoff, Galerie E. Hilger, Wien 1999, Vorwort)

BIOGRAPHIE

1953 in Krasnopolje (Weißrussland) geboren
1968 Übersiedlung der Familie nach Moskau
1976 Studienabschluss an der Akademie für Informatik, Moskau
1983 Studienabschluss an der Akademie für Polygrafie, Fakultät für Kunst, Moskau
seit 1984 Ausstellungsbeteiligungen in Moskau, in der gesamten UdSSR und im Ausland
1987 Mitglied der Kunstassoziation „Eremitage“
1988 Mitglied der „Gruppe 88“
1989 Arbeitsaufenthalt in London und Edinburgh

lebt und arbeitet seit 1990 in Köln und Moskau

AUSSTELLUNGEN

2008 Museum Bochum
2007 Museum Ritter, Waldenbuch
2005 Galerie Uwe Sacksofsky, Heidelberg
2003 Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten
2003 County Hall, London
2003 La Réserve Genève, Bellevue
2002 Märkisches Museum der Stadt Witten
2002 Kulturgeschichtliches Museum / Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück
1997 Mannheimer Kunstverein
1995 Staatliches Russisches Museum, St. Petersburg
1994 Bundeskunsthalle Bonn
1993 Sammlung Daimler Benz, Stuttgart
1993 Staatliche Tretjakov-Galerie, Moskau
1987 Eremitage, Moskau

George Pusenkoff, Marylin No. 44, 2003, Serigrafie, Aufl. 100, 96 x 80 cm, 450,00 €

Marylin No. 44, 2003, Serigrafie, Aufl. 100, 96 x 80 cm, 450,00 €

George Pusenkoff, Mona (Edition Mona), 1999, Siebdruck, Aufl. 100, 100 x 70 cm, 450,00 €

Mona (Edition Mona), 1999, Siebdruck, Aufl. 100, 100 x 70 cm, 450,00 €

George Pusenkoff, Marylin Monroe No. 40, 2002, Acryl / Leinwand, 200 x 175 cm, 20.250,00 €

Marylin Monroe No. 40, 2002, Acryl / Leinwand, 200 x 175 cm, 20.250,00 €

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